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Virtueller Workshop »... ja, zu welchem Ziel eigentlich?« – Herwig Blankertz’ ›Geschichte der Pädagogik‹ wiedergelesen

Virtueller Workshop »... ja, zu welchem Ziel eigentlich?« – Herwig Blankertz’ ›Geschichte der Pädagogik‹ wiedergelesen

Am 27./28. Mai 2021 laden die Arbeitsgruppe Historische Bildungsforschung der Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) Münster und die BBF zum Workshop '»... ja, zu welchem Ziel eigentlich?« – Herwig Blankertz’ ›Geschichte der Pädagogik‹ wiedergelesen' ein. Corona-bedingt muss der Workshop online stattfinden +++ Anmeldefrist: Freitag, 30. April 2021.

Herwig Blankertz (1927–1983) gehört neben Klaus Mollenhauer und Wolfgang Klafki zu den bedeutendsten Erziehungswissenschaftlern der Nachkriegsgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland. Sein 1982 erschienenes Lehrbuch Die Geschichte der Pädagogik.Von der Aufklärung bis zur Gegenwart verband theoriegeleitete Geschichtsschreibung mit narrativer Historiographie und ließ sozial- und ideengeschichtliche Perspektiven ineinanderfließen. In seinem letzten öffentlichen Vortrag über „Geschichte der Pädagogik und Narrativität“ (1983) monierte Blankertz an zeitgenössischen Einführungen in die Schulgeschichtsforschung, dass der Leser hierin erfahre, „daß er historisch nichts weiß, daß er viele dickleibige Werke studieren sollte, müßte, wenn ... ja, zu welchem Ziel eigentlich?“ Hiermit erinnert Blankertz indirekt an eine Tradition der geisteswissenschaftlichen Pädagogik, in der Geschichte und historische Forschung in einer Rückkopplung mit der pädagogischen Theorie und Praxis standen.

Von diesem zu problematisierenden Zusammenhang ausgehend möchte sich der Workshop mit der Rekonstruktion und Analyse der historischen Entstehungs- und Wirkungskontexte von Blankertz‘ Geschichte der Pädagogik befassen, Blankertz’ historiographisches Arbeiten untersuchen, einzelne Kapitel des Buchs vor dem Hintergrund gegenwärtiger historischer Bildungsforschung kritisch beleuchten und exemplarisch an diesem ›klassischen‹ Lehrbuch über die Grenzen und Möglichkeiten historischen Lernens in erziehungswissenschaftlichen Studienkontexten nachdenken.

Organisation

Dr. Tim Zumhof & Dr. Andreas Oberdorf (WWU Münster)

Programm (Stand: 5.2.2021)

Programm als PDF zum Download

Donnerstag, 27. Mai 2021


9:45 – 10:00

Begrüßung und Eröffnung
Tim Zumhof (WWU Münster) & Sabine Reh (BBF & Humboldt-Universität zu Berlin)

10:00 – 12.15

Geschichte der Pädagogik – lesen, lernen, lehren

»... ja zu welchem Ziel eigentlich?« – Herwig Blankertz’ Geschichte der Pädagogik wiedergelesen
Tim Zumhof (WWU Münster)

Blankertz’ Geschichte der Pädagogik in seinem Brief-wechsel mit Rudolf Jung: Einblicke und Perspektiven
Andreas Oberdorf (WWU Münster)

Welche Geschichten der Pädagogik kann man schreiben und welche hat Herwig Blankertz geschrieben?
Ulrich Herrmann (Universität Tübingen)

12:15 – 13:15    Mittagspause

13:15 – 15:30

Historiographische Perspektiven

Zur Spezifik der sozial- und ideengeschichtlichen Perspektive und Erzählweise der Geschichte der Pädagogik bei Herwig Blankertz im Verhältnis zu derjenigen Katharina Rutschkys und Heinz-Joachim Heydorns
Rahel Hünig (Europa-Universität Flensberg)

Auch eine Geschichte der Pädagogik
Dieter Friedrichs (Universitäten Lüneburg/Duisburg-Essen)

Die Geschichte oder eine Geschichte der Pädagogik
Walter Müller (Julius-Maximilians-Universität Würzburg)

15.30 – 16:15    Kaffeepause

16:15 – 17:15

Aufklärung und (Neu-)Humanismus

Ein besserer Aufklärungsbegriff. Was wir von Herwig Blankertz’ Geschichte der Pädagogik heute lernen können – und was nicht
Michael Rocher (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Halbierte pädagogische Aufklärung: Zum Ausschluss der humanistischen Bildung aus dem pädagogischen Fortschritts-Narrativ – am Beispiel von Blankertz’ Geschichte der Pädagogik
Julia Kurig (BBF & Helmut-Schmidt-Universität Hamburg)

17.15 – 17:30    Kaffeepause

17:30 – 18:30   

Abendvortrag

Wie Blankertz mit seiner Humboldt-Interpretation falschliegt und dennoch Richtiges folgert
Ingrid Lohmann (Universität Hamburg)


Freitag, 28. Mai 2021


9:00 – 10:30

Das »lange« 19. Jahrhundert

Herwig Blankertz: Seine Entdeckung des Zeitalters der Großen Industrie
Manfred Heinemann (Leibniz Universität Hannover)

»Die Revolution ist großartig, alles andere ist Quark« – Oder: Sozialistische und kommunistische Erziehung in Herwig Blankertz‘ Geschichte der Pädagogik
Sebastian Engelmann (Eberhard Karls Universität Tübingen)

10:30 – 10:45    Kaffeepause

10.45 – 13:00

Kritik – Krise – Emanzipation

»Rosige Aussichten?« – Zur narrativen Konstruktion einer »besseren Zukunft« in Blankertz’ Geschichte der Pädagogik
Bernhard Hemetsberger (Universität der Bundeswehr München)

Die Geschichte der Pädagogik von Herwig Blankertz unter berufsbildungs-theoretischen Aspekten
Günter Kutscha (Universität Duisburg-Essen)

Mit Blankertz gegen Blankertz. Zur Kritik an der dichotomischen Deutung der Disziplingeschichte nach 1945
Sabine Reh (BBF & Humboldt-Universität zu Berlin)

13:00 – 14:00    Mittagspause

14:00 – 15:30

Leerstellen

»Radikale Schulkritik und naive Anti-Pädagogik« – Was aus der Geschichte der Pädagogik ausgeschlossen wird
Selma Haupt (RWTH Aachen University)

Die Geschichte der Pädagogik aus Perspektive einer bildungshistorischen und erziehungssystematischen Körperforschung
Sylvia Wehren (Universität Hildesheim)

15:30 – 16:00

Abschluss

Teilnahme und Anmeldung

Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei. Anmeldungen senden Sie bitte bis spätestens Freitag, 30. April 2021, per E-Mail an Dr. Tim Zumhof ().

Die Zugangsdaten zum Videokonferenzraum werden Ihnen rechtzeitig vorab zugesandt.

zuletzt verändert: 21.04.2021