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Historische Praxis von Unterricht und Erziehung

Historische Praxis von Unterricht und Erziehung

Die im Forschungsfeld „Historische Praxis von Unterricht und Erziehung“ angesiedelten Vorhaben zielen auf die Untersuchung der Transformation schulischer und (fach-)unterrichtlicher Praktiken seit der Aufklärung.

Details zum Forschungsfeld

Aufbauend auf den grundlegenden Erkenntnissen einer Sozial- und Strukturgeschichte der Schule leisten die praxistheoretisch motivierten Forschungen der BBF Beiträge zu einer Kulturgeschichte pädagogischer Institutionen. Ausgangspunkt der empirischen Studien bildet die Annahme, dass der Wandel von Unterricht und Schule unter Fokussierung des vor Ort praktisch vollzogenen Handelns und Tuns der historischen Akteure besser erfasst und verstanden werden kann.

Praktiken werden in historisch je spezifischen Kontexten aufgeführt. Sie variieren etwa nach institutionellen und personellen Rahmenbedingungen und sie verändern diese selbst. So sind sie etwa konstitutiv für Professionalisierung im Lehrberuf oder für das, was ab einer bestimmten historischen Entwicklungsphase den modernen Fachunterricht ausmacht. Die pädagogischen Praktiken werden in zeitvergleichenden Studien und mit Hilfe unterschiedlicher Quellen rekonstruiert. Das sind z. B. Praktiken der Unterweisung, des Zeigens, aber auch des Prüfens, Disziplinierens oder Strafens. Auf diese Weise wird es möglich, Kontinuitäten und langfristige Transformationen, aber unter Umständen auch Brüche in der Entwicklung pädagogischer Kulturen und Institutionalisierungsformen herauszuarbeiten. So wurde die Entwicklung unterschiedlicher Formen der Gruppierung von Schülerinnen und Schülern in Schulklassen untersucht. In aktuellen Projekten werden Beiträge zum Wissen über die historischen Grundlagen schulischer Prüfungsverfahren oder zur Erforschung der Geschichte des Fachunterrichts und der Schulfächer, der fachlichen Inhalte und des schulischen Wissens geleistet.

Ausgewählte Artikel zum Einstieg

Reh, Sabine/Wilde, Denise (2016): Die historische Erforschung der Praktiken des Lesen- und Schreibenlernens. Eine Einleitung. In: Reh, Sabine/Wilde, Denise (Hrsg): Die Materialität des Schreiben- und Lesenlernens. Zur Geschichte schulischer Unterweisungspraktiken seit der Mitte des 18. Jahrhunderts. Bad Heilbrunn/Obb.: Verlag Julius Klinkhardt, S. 7-21.

Reh, Sabine/Scholz, Joachim (2012): Schülerzeitungen der 1950er und 1960er Jahre als schulkulturelle Artefakte. In: Casale, Rita/König, Gudrun M./Priem, Karin (Hrsg.): Die Materialität der Erziehung: kulturelle und soziale Aspekte pädagogischer Objekte. Weinheim: Beltz, S. 105-123. (Zeitschrift für Pädagogik, Beiheft; 58). (Online URN: urn:nbn:de:0111-opus-72014)

Ricken, Norbert/Reh, Sabine (2017): Prüfungen – Systematische Perspektiven der Geschichte einer pädagogischen Praxis. Einführung in den Thementeil. In: Zeitschrift für Pädagogik, Jg. 63, H. 03, S. 247-259. (Online: DOI 10.3262/ZP1703247).

Reimers, Bettina Irina (2016): Ludwig Sütterlins Konzept einer Schrift – Methode und Praxis des Schreibenlernens. In: Reh, Sabine/Wilde, Denise (Hrsg.): Die Materialität des Schreiben- und Lesenlernens. Zur Geschichte schulischer Unterweisungspraktiken seit der Mitte des 18. Jahrhunderts. Bad Heilbrunn/Obb.: Verlag Julius Klinkhardt, S. 231-256.

Scholz, Joachim (2016): Beiträge der geistlichen Schulaufsicht zur Professionalisierung der preußischen Elementarschullehrer im frühen 19. Jahrhundert. In: Jahrbuch für Historische Bildungsforschung, Band 21. Bad Heilbrunn/Obb.: Verlag Julius Klinkhardt, S. 155-174.

Aktuelle Projekte

zuletzt verändert: 26.05.2017