Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Henriette Breymann in Baden-Baden v. 24.3.1852 (Marienthal)


F. an Henriette Breymann in Baden-Baden v. 24.3.1852 (Marienthal)
(BN 395, Bl 17, Brieforiginal 1 Bl 8° 2 S.)

  Marienthal nächst Bad Liebenstein bei Eisenach am 24/III 1852.


Liebe Henriette.

Leider habe ich bei Absendung meines gestrigen Briefes
nebst Zeugniß an Frau I. v. St: welches sie hoffentlich
nun schon empfangen haben wird, vergessen ein paar Zeilen
an Dich beizulegen und Dir zu melden, daß nach einge-
gangenen Nachrichten aus Dresden Frl. Bertha Glockner
daselbst nicht geneigt ist die Stelle im Erzgebirge näch[s]t
Schne[e]berg anzunehmen, sondern vielmehr geneigt ist nach
Leipzig zur Dahlenkamp zu gehen.- Da nun der Plan
der Emma Habicht, welche unvorsichtiger Weise ihre Stelle
in Rudolstadt auf zu früh aufgegeben hat, in Meiningen
gescheidert und nun ohne Wirksamkeit zu Hause ist,
so beeile ich mich bei Dir anzufragen: ob es nicht mög-
lich sey, daß Emma Habicht die von M.B. angebahnte
Stelle im Erzgebirge erhalten könne. Nach dem, was
ich von den Forderungen von dort höre, so wäre, wie Du ja
selbst beurtheilen kannst für genannte Stelle ganz ent-
sprechend. Mir wäre es in mehrfachen Beziehungen sehr lieb
wenn sich der Plan ausführen ließ. Ist es möglich, so schreibe
doch baldigst an Emma H. nach Schm[a]lk[a]lden Grafsch[aft] Henneberg
am Thüringerwalde, damit keine Zeit verloren geht.-
Durch Hoffmanns ungünstiges Geschick in Hamburg
verliert Emma Knauer ebenfalls ihre Wirksamkeit in
Hamburg und wird zunächst nach Hause gehen.-
Wird die Anstalt nächst Bretten im Badenschen noch aus-
geführt und hat Lissette Kirchner Hoffnung sie zu bekommen?-
Luise Härtlein wird gegen Johannis von der Fr[au] Dris [Doris]
Lütkens
ab, und nach den Rhein gehen. An ihre Stelle /
[17R]
[wird] eine unserer jetzigen Schülerinnen eintreten.-
Frau Liddy Opitz hat aus Schweinfurt sehr befriedigt
über ihre neue Wirksamkeit geschrieben.
Von Sophie Hänicke jetzt in Trachenberg bei der Fürstin von
Hatzfeld
höre ich durch die dritte Hand daß sie leider 14
Tage bettlägerig war, doch soll es wieder besser gehen. -
Recht schmerzlich war es uns zu vernehmen, daß auch
unsere geschätzte, liebe Bothmann so ernstlich krank gewesen
ist; sprich ihr unsere herzliche Theilnahme und den Wunsch bal-
diger vollständiger Herstellung aus. Auch die Übrigen
Eures erziehenden Kreises grüße namentlich H. Dr Georgens
und Henrietten [Dahlenkamp].
"Daß das geistliche Ministerium zu Berlin aus der vergleichenden
Zusammenstellung meiner Baltzers und Middendorffs
Schriften herausgefunden, daß wir alle drei im innigen
Zusammenhang mit dem Streben der freien Gemeinden stehen,
und sich demgemäß veranlaßt gesehen hat eine Verfügung
an die Reg[ierung] zu erlassen" - wirst Du in pr: und in der Dorf-
zeitung gelesen haben.
Was sagst Du zu dem Inhalte des beiliegenden Blättchens,
z[u] dem Jüngsten was öffentl[iche] Urtheile über meine Bestrebungen
gebracht haben?- Ich halte es für das Beste was die
Öffentlichkeit darüber je ausgesprochen hat; jedoch wünsche
ich auch Euer ganz unbefangenes Urtheil zu hören.
Meine l[iebe] Frau Sophie Seybt und Caroline Schrader
grüßen Dich mit mir. Pauline Schellhorn wird einen
Kindergarten in Meiningen gründen. 24-26 Kinder
haben sich schon gemeldet. In Liebe und Treue
Dein GroßOheim

          Friedrich Fröbel