Beziehungen vielleicht besser kennen, als ich
mich selbst, unter deren Augen
ich viele Jahre, ja noch die
genannten 10 Wochen ein Leben so offen lebte, wie es nur
eine
Blume leben kann; denn jeder Regung gab ich mich hin. –Kennen Sie
nicht
Personen, die Keilhau eben so kennen? – Wenn ich auch H
Ackermann gar nicht
er-
wähnen will, weil sein Aufenthalt in Keilhau nur kurz war, u.
doch, was kann
ein so erfahrener Mann wie dieser nur im
Vorbeygehen schon sehen? – Aber
des
Schwarz will ich erwähnen. Nun, der kennt Keilhau an
den u durch die
Früchte; denn seinen Bruder hat er mehrere Jahre
durch seine freye Überzeugung
der Anstalt als Zögling anvertraut.
Dieser Mann kann fast über kein Verhält-
niß Keilhau‘s
ununterrichtet seyn. Ja, ich habe ja überdieß selbst die
spre-
chendsten Beweise bekommen, daß man Keilhau u mich in
Frankf. nicht
weniger mit Schwarz in Schwarz gemalt u gezeichnet
hat, als anders wo.
Was nun mir bekannt wurde, sollte Ihnen
unbekannt geblieben seyn? –
Wenn ich nun aber auch wirklich über
mich u all mein Leben weniger offen
gewesen wäre, als ich es doch
bin, konnte ich verhindern, wenn Sie auf einigen
oder auf allen
der vielen Wege, die einem Mann wie Ihnen offen
stehen,
Erkundigungen über mich einzogen? – Mir ist nun wohl ein
solcher Gedanke,
auch der leisesten Ahnung nach, nicht in die
Seele gekommen, doch Beweises ge-
nug, daß
ich nichts zu fürchten hatte. Kurz, warum soll
ich es einzeln
noch durchgehen, mein Leben lag ja wie ein Buch
offen vor Ihnen, Sie brauchten
ja nur die Blätter umzuwenden u.
zu lesen. Ja, nicht einmal dieß brauch-
ten Sie, man hat es Ihnen
ja noch leichter gemacht, man hat es Ihnen
ja gesagt, Sie
brauchten ja nur zu hören u haben ja gehört; denn Sie
selbst
haben ja das Gehörte mir wieder gesagt. Enthält denn etwa
die App. Zeit.
etwas anders, als was Ihnen in Luzern über mich u
meine Ver-
hältniße gesagt, geschwätzt wurde. Erkannten Sie nicht
selbst, daß sehr
harte giftige Gegner in Luzern, besonders gegen
mich auftreten würden? -
Daß diese nicht schweigen würden, war
natürl; Schimpfen u. Beschimpfen
was ist leichter? – Und als
alles dieß klar vor Ihnen lag, waren ja noch
ganz u gar keine
Anzeigen von der vorhabenden Anstalt ausgegeben
worden. Das Ganze
lag also dort zur Wahl u Entscheidung noch ganz
in Ihrer Hand, so
wie übrigens, wie wir später sehen werden, noch jetzt.
Wo ist nun
etwas, was ich
Ihnen u
Ihrer Ehre schuldig sey? – Wie
bringt Sie
nun der App. Aufsatz so auf? – ich will nicht mehr sagen.
–
Konnten Sie als lebenserfahrner Mann nicht das alles
voraussehen? –
Haben es doch andere. Der HE
Decan Sigrist zu Wohlhusen,
welcher von dem
Luzerner Gerede noch gar nichts wußte, sagte, er
habe dieß schon bey unserm
Besuche in Wohlhusen eingesehen, ja
gesagt, es könnte nicht anders kommen.