Über die Ausgabe

Gesamtausgabe der Briefe Friedrich Fröbels

Friedrich Fröbel

Porträt Friedrich Fröbels (kleine Version)Friedrich Fröbel (siehe Zeittafel) zählt unbestritten zu den Klassikern der Pädagogik. Diese Statuszuschreibung resultiert zunächst aus seiner genuin entwickelten Erziehungs- und Bildungstheorie („Sphärephilosophie“) sowie durch jene exemplarischen Lösungen, die er im Bereich der Schule und als Vorschulinstitution („Kindergarten“) begründet hat. Vor allem jedoch verfügt sein Lebenswerk bis heute über ein hohes Anregungspotential sowohl für die Disziplin als auch für die Profession. Fröbels Pädagogik ist nach wie vor stimulierend und inspirierend, was sich u.a. in einem ungebrochenen Forschungsbedarf dokumentiert.

Die hier vorgelegte Edition aller erhaltenen Briefe Fröbels versteht sich als Beitrag, die Forschung durch neue und vielfach unbekannte Quellen anzuregen und zu fördern. Zwar wurden in der Vergangenheit bereits zahlreiche Briefsammlungen publiziert. Diese sind aber nicht nur lückenhaft, sondern werden oftmals editorischen Maßstäben nicht gerecht.

Die vorliegende Briefgesamtausgabe erhellt Fröbels Leben in zahlreichen Details ganz erheblich und vertieft ferner die Kenntnis seines Werkes. Fröbels generelle Tendenz, in seinen Briefen immer wieder autobiographisch zu werden, leistet in wesentlichen Nuancen eine Ergänzung seines vorliegenden Selbstbildes. Schließlich ist das gesamte Briefmaterial ein Fundus für die Erforschung der Pädagogik Fröbels selbst und ergänzt damit sein publiziertes bzw. ediertes Werk (Schriften, Abhandlungen, Aufsätze) vor allem hinsichtlich der Lebensperioden, in denen Fröbel kaum oder gar nicht publiziert hat.

Briefe haben grundsätzlich eine kommunikative Funktion. Sie dienen unmittelbar der Korrespondenz, der Mitteilung gegenüber dem Briefpartner – sehr im Gegensatz zur systematischen Analyse (Abhandlung) oder zur zumeist subjektiven Tagebuchnotiz. Insofern haben Briefe deutlich eine persönliche Note. Sie sind meist bestimmt und durchwirkt von der Aura und Persönlichkeit ihres Autors. Dies gilt auch für die Briefe Fröbels, die bei allen mehr oder weniger sporadischen systematischen Äußerungen zu Erziehung und Unterricht zugleich viel von der Person Fröbel und seiner Briefkultur zu erkennen geben.

Als Einführung in Fröbels Briefe ist im Mai 2008 ein Auswahlband erschienen: Helmut Heiland (Hrsg.): Friedrich Fröbel in seinen Briefen. Würzburg : Königshausen u. Neumann, 2008, 250 S.

Geschichte der Briefausgabe

Die Fröbelbrief-Grundlagenforschung (Transkription der Briefe) erfolgte von 1991 bis 2002 an der „Fröbel-Forschungsstelle“ der Universität Duisburg unter Leitung von Prof. Dr. Helmut Heiland. Dieses langfristige Forschungsvorhaben wurde in Projekten von 1991 bis 1997 durch Zuwendungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und in dieser Zeit von Dr. Michael Gebel mitgetragen.

In einem weiteren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt hat die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung in Zusammenarbeit mit der Fröbel-Forschungsstelle von 2005 bis 2007 die transkribierten Brieftexte nach dem speziell für Computereditionen entwickelten Standard der Text Encoding Initiative ausgezeichnet und damit die langfristige Verfügbarkeit der Transkriptionsleistung gesichert. Die Präsentation der Fröbelbriefe steht seit Januar 2008 für die weitere Forschung im Internet zur Verfügung.

Eine kommentierte Edition war aus Zeitgründen im bisherigen Projektverlauf nicht realisierbar. Die zugrundegelegte Technik ermöglicht jedoch, dass die Texte langfristig erhalten werden und damit ein Fundament für weitergehende Bearbeitungen bieten.

Beteiligte Mitarbeiter(innen) in der BBF: Dr. Christian Ritzi (Bibliotheksleiter), Martina Kirstein (Projektmitarbeiterin), Dr. Stefan Cramme (technische Projektbetreuung).

Zur Transkription

Fröbels Orthographie wurde beibehalten, einschließlich des originalen Zeilenwechsels (bis auf die eigens vermerkten Fälle) und der originalen Streichungen bzw. Texthervorhebungen Fröbels. Kursivschrift bezeichnet generellen Wechsel der Schreibart Fröbels, Fettdruck stärkere Linienführung im Original. Doppelte Unterstreichung wird als einfache Unterstreichung und Farbwechsel wiedergegeben.

Technische Grundlage

Die Texte wurden nach den Richtlinien der Text Encoding Initiative (TEI) ausgezeichnet. Die verwendete DTD beruht auf TEI lite P4 und wurde geringfügig angepasst (in den Elementen opener, closer und dateline wurde das Element note zugelassen). Die Umwandlung in HTML erfolgte mit einem XSLT-Stylesheet auf der Grundlage von tei2html von John A. Walsh and Martin Holmes, das wiederum auf einem Stylesheet von Sebastian Rahtz beruht.

Urheberrecht

Copyright: Jede Seite der Edition enthält am Fuß folgenden Hinweis: „Copyright © 2008 BBF/HFF“ („Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung Berlin“/„Prof. Dr. Heiland Fröbel-Forschungsstelle Universität Duisburg-Essen“).