Geschichte der BBF

Kurze Darstellung der Geschichte der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Lehrervereinshaus am AlexanderplatzAm 1. Januar 1876 erschien das Gründungsstatut jener vom Bezirksverband Berlin des Deutschen Lehrervereins gegründeten Bibliothek, die heute den Namen Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) trägt. Ihr ursprünglicher Name - Deutsches Schulmuseum - verweist auf konzeptionelle Überlegungen, die weit über die Aufgaben einer Bibliothek hinausreichen. Tatsächlich konzentrierte sich das Deutsche Schulmuseum jedoch von Beginn an auf die Sammlung und Erschließung von gedruckten Materialien, die Lehrerinnen und Lehrern für die Weiterbildung und Forscherinnen und Forschern für ihre wissenschaftliche Arbeit im gesamten Reich zur Verfügung gestellt wurden. Später, in den 1890er Jahren, wurden dazu ergänzend Handschriften-, Bilder- und Münzsammlungen angelegt. Dieser Entwicklung wurde 1908 Rechnung getragen: das Deutsche Schulmuseum wurde in Deutsche Lehrerbücherei umbenannt. Unter diesem Namen wurde sie bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges weitergeführt und wuchs mit rund 200.000 Bänden zur zweitgrößten pädagogischen Bibliothek Deutschlands an.
Pädagogische ZentralbibliothekNach Kriegsende wurde die Deutsche Lehrerbücherei von der 1950 gegründeten Pädagogischen Zentralbibliothek (PZB) der DDR übernommen. Am 1.1.1992 erfolgten die Integration der PZB in das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und ihre Neugründung als Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) mit verändertem Profil und modifiziertem Aufgabenspektrum.

 

Aussenansicht der BBFHeute ist die BBF mit mehr als 730.000 Medien die größte pädagogische Spezialbibliothek in Deutschland und zählt neben der Uschinskij-Bibliothek in Moskau und der Danmarks Pædagogiske Bibliotek in Kopenhagen zu den größten in Europa. Sie gehört - wie die Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel - zum Kreis der deutschen kulturwissenschaftlichen Forschungsbibliotheken mit überregionaler Ausrichtung.

2012 wurde der Forschungsbereich der BBF durch die Errichtung einer gemeinsamen Professur für Historische Bildungsforschung des DIPF und der Humboldt-Universität zu Berlin gestärkt, deren Inhaber zugleich die Direktorin der BBF ist.
Literatur: Ritzi, C./Geißler, G. (Hrsg.): Wege des Wissens. 125 Jahre Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung. 2., verb. und um die Dokumentation eines Zeitzeugengesprächs erw. Aufl. Berlin 2003